Texta - rundherum

Zugegeben, der Refrain klingt tatsächlich nach einer hymnischen Botschaft in der Zeit des Corona-Virus. Stimmt so jedoch nicht, sagen Texta. Entstanden sei „Rundherum“ bereits vor der Pandemie. Bitte also unter Vorahnung einordnen. Wie es offenbar nicht nur in der großen Kunst, sondern auch im Hiphop vorkommen kann. (Was nicht heißt, es gebe keine Schnittmenge.) Dass der Track damit aufhorchen und mitsingen lässt – mit der Betonung auf singen –, dagegen wehren sich Flip, Laima und DJ Dan nicht. Es ist das Fortgeschrittenenglück einer Band, die nach dem Tod von Huckey 2018 lange nicht wusste, ob und wie es unter dem Namen Texta und generell weitergeht. „Rundherum“ ist gut zwei Jahre später der erste manifestierende Schritt in einen anderen Abschnitt. Ein somit in jeder Hinsicht großer.

Das erwähnte Fortgeschrittenenglück lebt von den Skills des Trios, vom smoothen Sound der die Strophen vorantreibt und die Hook zu einer ebensolchen macht. Texta haben sie gemeinerweise gleich auch an den Anfang gestellt. Der Anker wird früh ausgeworfen – und verfängt. Warum verstecken, was einen Song groß macht? Ganz genau. Und weil Produzent Flip ebenfalls ganz genau weiß, was er tut, wirkt auch der Auto-Tune-Effekt im Refrain nur wie ein Winken in Richtung der Cloud-Rapper. Nicht mehr und nicht weniger.

Gerappt wird in „Rundherum“ zu den Schleichwegen der Geldströme, Klimawandel und Migration. Das geht auch auf die Geschichte des Tracks zurück, der ursprünglich für eine Veranstaltung eines Migrantenzentrums in Linz entstand. Viel blieb von dem Ende Mai 2017 aufgenommenen Spuren in der aktuellen Bearbeitung allerdings nicht mehr übrig. Eines aber doch: Ab 02:38 ist Huckeys vertraute Stimme zu hören. Texta sind wieder das Quartett, das sie lange Jahre waren. Long live Music.

„Rundherum“ erscheint am 22. Mai 2020, in Verbindung mit einem anlässlich der Aufnahmen 2017 gedrehten Video featuring Huckey. Der Track ist Vorbote zum neuen, in Arbeit befindlichen Texta-Album, Veröffentlichungsdatum Winter 20/21.

Andreas Kump, 10. Mai 2020


Premiere um 13 Uhr



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