Laura Heily - You

Single | You
Als Laura Heily „You“ schrieb, war sie überzeugt davon, einen Song über einen anderen Menschen zu schreiben. Erst als der Song fertig war, wurde ihr klar, dass die Geschichte genauso von ihr selbst handelt.

Das passiert ihr beim Songwriting immer wieder. Manche Songs versteht Laura erst später wirklich, manchmal Wochen oder Monate danach. Für sie ist genau das ein wichtiger Teil von Musik: Ein Song muss nicht von Anfang an eindeutig sein. Seine Bedeutung darf sich verändern, genauso wie sich die Person verändert, die ihn geschrieben hat.

„You“ erzählt von einem Moment, in dem mehrere Gefühle gleichzeitig wahr sein können. Man möchte loslassen und hofft trotzdem weiter. Man vermisst jemanden und weiß gleichzeitig, dass etwas vielleicht nicht mehr funktioniert. Hoffnung, Wut, Sehnsucht und Erschöpfung stehen dabei nicht nacheinander, sondern nebeneinander.

Aus dem vermeintlichen Gespräch mit einer anderen Person wurde für Laura deshalb immer mehr auch ein Gespräch mit sich selbst. Das „You“ bleibt bewusst offen. Nicht, weil der Song keine Antwort geben will, sondern weil Laura selbst beim Schreiben gemerkt hat, dass eine Geschichte mehr als nur eine Bedeutung haben kann.

Genau darin liegt für sie die Stärke des Songs. „You“ muss nicht erklären, wer gemeint ist oder wie die Geschichte ausgeht. Der Song darf sich mit den Menschen verändern, die ihn hören.

Bio
Laura Heily ist eine Pop-Künstlerin aus Horn in Niederösterreich, die wenig davon hält, sich selbst oder ihre Musik in eine Schublade zu stecken. Das passt auch deshalb gut zu ihr, weil sie selbst Gegensätze vereint: spontan und gleichzeitig verliebt in Listen und Planung, positiv und trotzdem eine notorische Grüblerin, hartnäckig, aber offen dafür, dass das Leben manchmal eine andere Richtung einschlägt als gedacht.

Musik begleitet Laura schon fast ihr ganzes Leben. Bereits als Kind stand sie auf der Bühne. Aus der frühen Begeisterung entstand mit den Jahren der Wunsch, eigene Songs zu schreiben und einen Sound zu entwickeln, der mit ihr wachsen darf. Eine endgültige Antwort auf die Frage, wie Laura Heily klingt, möchte sie ohnehin nicht geben. Wenn sie sich nicht für ein Genre entscheiden müsste, würde sie schlicht sagen: Sie macht Musik.

Viele ihrer Songs beginnen nicht mit einer fertigen Geschichte, sondern mit einem Gefühl. Laura setzt sich ans Klavier, nimmt die Gitarre oder öffnet den Laptop, findet einen Akkord oder einen Beat und plötzlich sind auch die ersten Worte da. Manchmal weiß sie beim Schreiben selbst noch nicht genau, warum sie ein bestimmtes Thema beschäftigt. Manche Stücke versteht sie erst Wochen, Monate oder sogar Jahre später wirklich.
Genau das fasziniert sie am Songwriting. Ein Lied muss für Laura nicht für immer dieselbe Bedeutung haben. Die eigene Sicht darauf darf sich weiterentwickeln, genauso wie die Menschen, die es schreiben und hören. Was zunächst von jemand anderem zu handeln scheint, kann plötzlich sehr viel mit einem selbst zu tun haben. Und manches entsteht einfach deshalb, weil es in diesem Moment geschrieben werden muss.

Neue Impulse findet Laura in Songwriting-Sessions und in der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Musiker:innen, Songwriter:innen und Produzent:innen. Sie probiert gerne aus und wirft Pläne auch einmal kurzfristig über Bord. Wenn der Kalender es zulässt und sie plötzlich Lust bekommt, irgendwohin zu fahren oder zu fliegen, kann aus einer Idee ziemlich schnell Realität werden. Gleichzeitig liebt sie Listen und Organisation. Spontan, ein bisschen chaotisch und trotzdem irgendwie organisiert, wie sie selbst sagt.

Hartnäckigkeit gehört ebenfalls zu ihr. Wenn Laura von etwas überzeugt ist, beschäftigt sie sich nicht lange damit, warum etwas nicht funktionieren könnte. Sie sucht lieber nach einer Möglichkeit, es umzusetzen.

„Wo ein Wille ist, da ist ein Weg“ begleitet sie schon lange. Heute versteht Laura diesen Satz allerdings etwas anders als früher. Der Wille darf bleiben, auch wenn sich die Richtung ändert. Ziele können sich verschieben, Pläne neu entstehen und manchmal bringt einen gerade ein Umweg an einen Ort, mit dem man vorher gar nicht gerechnet hätte.

Auch ihr Verhältnis zu ihrer Heimat hat sich gewandelt. Laura wuchs in Horn auf und lebt heute in Wien, der Stadt, die sie musikalisch stark geprägt hat. Ein Konzert in Horn wurde für sie zuletzt zu einer besonderen Rückkehr an einen Ort, zu dem sie lange ein kompliziertes Verhältnis hatte. Heute bedeutet Heimat für sie nicht, dort bleiben zu müssen. Vielmehr ist es das Wissen, einen Platz zu haben, an den sie zurückkommen kann. Egal, ob es sie gerade nach Frankfurt, Ungarn, Los Angeles oder ganz woandershin zieht.

Und wenn Laura gerade keine Songs schreibt? Dann denkt sie vermutlich trotzdem über das Leben, die Liebe oder ihre nächsten Ideen nach. Oder sie versucht, genau das einmal nicht zu tun: bei einem guten Film, mit Netflix, in der Sauna, beim Reiten oder bei einer Tasse Kaffee. Wobei es wahrscheinlich nicht bei einer Tasse am Tag bleibt. 

Genau darin liegt der rote Faden bei Laura Heily: Sie muss sich nicht entscheiden, nur eine Version von sich selbst zu sein.

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