GLORIA - Da

Im besten Fall vermittelt der Live-Betrieb einer Band, wo sie gerade steht – welche Songs aus dem Repertoire noch gehen und wo sich professionelle Ermüdung eingeschlichen hat. Klaas Heufer-Umlauf und Mark Tavassol wissen, dass „die spielerische und inhaltliche Lebendigkeit eines Albums eine Halbwertzeit besitzt“. Was lag da näher, als sich dem Publikum mit einem Bündel neuer Lieder zu stellen, das die organische Entwicklung dieser Band an den gesellschaftlichen Gegebenheiten da draußen ganz aktuell spiegelt? Also: Was wagen, frische Felder bestellen, ohne Angstschweiß alte Sicherheiten aufgeben. Und das Album nimmt diesen Schwung in vielen lebhaften Liedern mit, die wir so bislang nicht von GLORIA kannten. Es hat aber auch noch diese ganz spezielle Melancholie, die die beiden unter dem Namen GLORIA subkutan zu verabreichen wissen.

Auf ein größeres Parkett begeben GLORIA sich im heimlichen Titelsong „Immer noch da“, eine Gitarrenpophymne, die für Festivals wie „Hurricane“ oder „Southside“ geradezu erfunden worden ist, die sie zuletzt bespielten. Ein Stück, das uns – wuuusch! - wie nix davonträgt, im selben Moment aber dazu aufruft, innezuhalten, sich Gedanken zu machen und (vielleicht neu) zu positionieren.